Das achte Weltwunder - 3
Date: May 17th, 2009 12:59:02 am - Subscribe


So baute Bischof Aubert von Avranches auf dem Mont Tombe eine grottenförmige Kultstätte. Mönche, Kaufleute und Fischer besiedelten die Insel allmählich. Für den ständig anwachsenden Pilgerstrom erwies sich die Grottenkirche bald als zu klein. Benediktiner, die im zehnten Jahrhundert die Obhut über die Kultstätte übernahmen, begannen deshalb an der Westflanke und auf dem Gipfel des Berges mit dem Bau einer Abtei und einer karolingischen Kirche. Vor etwa einem halben Jahrhundert hat man Reste davon wieder gefunden. Im elften Jahrhundert erweiterte Abt Hildebert dann den Gipfel des Felsens zu einem großen ebenen Baugrund. Er sollte eine noch größere Kirche tragen. Selbst heute, im Zeitalter des freitragenden Stahlbetonbaus, wäre der Gedanke, gewissermaßen auf eine Kegelspitze einen Würfel zu setzen, nicht eben leicht zu verwirklichen. Vor tausend Jahren jedoch, als solche Aufgaben mit einfachsten Baustoffen wie Balken, Steinen und Ziegeln gemeistert werden mussten, war Abt Hildeberts Einfall geradezu verwegen.
Auf die Flanke des Berges baute Hildebert zuerst die Krypta, also jenen Raum, der unter dem Kirchenchor liegt und üblicherweise unterirdisch ist. Auf diese Krypta stützte sich dann der Chor, und vom Chor aus entwickelte sich der Bau über das Querschiff weiter nach Westen. Blitzschlag und Feuer, Einstürze und neu zu berücksichtigende Bedürfnisse unterbrachen dieses Bauvorhaben immer wieder, verzögerten es und warfen es zurück. So wuchs allein die Zahl der Klosterinsassen auf etwa 180 Personen an, und ähnlich nahm die außerhalb des Klosters lebende und von ihm abhängige Inselbevölkerung zu.
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