Das achte Weltwunder - Teil 1
Date: May 14th, 2009 1:03:54 am - Subscribe
In dem weithin bekannten Museum von Bayeux hängt ein berühmter Bildteppich. Das vor rund tausend Jahren entstandene 70 Meter lange gestickte Bilderbuch schildert die Eroberung Englands durch die Normannen und erzählt, wie das Heer Wilhelms des Eroberers auch an einem merkwürdigen, von einer Kirche gekrönten Berg vorüber zog. Ein Bild daneben zeigt dazu eine gleichmäßige gerundete Bergkuppe, auf deren Scheitelpunkt eine brettähnliche Platte ruht. Sie ist nur wenig kleiner als die Grundfläche des Berges. Außer auf den Gipfel stützt sich diese Platte auf dünne, an den Bergflanken aufragende Säulen. Sie gleicht mithin eher einer Wippe als einem sicheren Baugrund, und trägt dennoch ein über ihre ganze Fläche ausgedehntes mehrgliedriges Bauwerk. Rein technisch erscheint die Anlage unmöglich. Tatsächlich aber gibt es diesen Berg. Und wenn das Bild auf dem Teppich von Bayeux auch ein wenig übertreibt, so hebt es doch grundsätzlich richtig jene bautechnische Leistung hervor, auf Grund deren der Mont Saint-Michel heute bei den Franzosen als das „achte Weltwunder" gilt.
Der Mont Saint-Michel liegt an der französischen Kanalküste in einer fast dreieckigen Bucht gleichen Namens. Sie wird von der normannischen Südwest- und der bretonischen Nordküste gebildet. Der Berg ist 74 Meter hoch. Einschließlich der Bauten auf seinem Gipfel erreicht er mit etwas über hundert Meter die Höhe der Münchner Frauenkirche. Seine Grundfläche ist rund zehnmal so groß wie die des Kölner Doms. Der schroff ansteigende Felsen bietet kaum einen ebenen Baugrund. Trotzdem beherbergt er eine Fülle von einfachen bürgerlichen und prunkvollen kirchlichen Gebäuden sowie mächtigen Festungsbauten, die wie steinerne Schwalbennester an seinen Hängen haften und ihm damit sein einmaliges Gepräge geben.
Wer von der malerischen alten Seefeste St. Malo aus auf der Küstenstraße nach Westen fährt, sieht den Berg plötzlich wie einen Fremdkörper über einer weiten Ebene von Wiesen aufsteigen. Ebenso überrascht ist aber auch der Reisende, der aus der anmutig-bergigen Normandie in die holländisch-flache Küstenlandschaft hinab gestiegen ist. Nach vielen Kilometern sieht er sich unvermittelt einem Berg gegenüber, den ein Riese spielerisch aus dem normannischen Höhenzug gerissen und ins Meer geschleudert zu haben scheint. Denn der Mont Saint-Michel ist eine Insel, die während größerer Fluten wie ein riesiger versteinerter Wellenberg aus dem Wasser aufragt. Das heißt, eine echte Insel ist er heute nicht mehr; ein etwa zwei Kilometer langer Damm verbindet ihn mit dem Festland. Zu beiden Seiten dieses Dammes ist schon soviel Land angeschwemmt, dass der Inselberg bei ablaufendem Wasser eher der verdickten Spitze einer ins Meer vorspringenden Landzunge gleicht.
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KK Blog - erster Eintrag
Date: May 11th, 2009 9:20:13 am - Subscribe
Hier entsteht mein neuer Blog der sich primär um Kunst und Kultur drehen soll - dieses Posten dient eigentlich nur zu Testzwecken.
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