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"Don't come ... near me ... "
Date: Sep 19th, 2006 1:02:40 pm - Subscribe
Mood: lonely again
Musik: The Strokes - On the other side

Alles runterschlucken.
Immer wieder.
Einfach weitermachen.
Weitermachen.
Weitermachen.

Es gibt kein Wort, um zu beschreiben, wie es sich anfühlt, alleine zu sitzen, alleine zu sein. Tag für Tag. Immer wieder. Ohne Veränderung. Zu wissen, dass man in die Schule geht und kaum ein Wort sprechen wird, dass man alleine sein wird. Und Sport... es wird alles andere als angenehm mich mit meiner Lehrerin auseinanderzusetzen, wenn ich mich weigere, an den Geräten oder am Boden zu turnen... oder zu tanzen.
Und Freitag Wandertag. Wir gehen auf eine Wiese, auf der es drei Volleyball Felder gibt (ahaha.) und ein Fußballfeld. Und dann wollen alle grillen. Ich sehe es vor mir. Ma abseits irgendwo sitzend, musik hörend, zeichnend. Wie immer. Seit Jahren das selbe Bild. Und dann kommen sie an und rufen "Ja hopp, spiel halt mit! Mach halt auch mal was! Sitz da net rum!" und ich werde mir denken "Das sagt sich so leicht, wenn man nicht in die Seele eines anderen gucken kann".
Niemand kann es nachvollziehen. Und ich verstehe es. Ich verstehe meine Phobie nicht einmal selbst. Es ist ja nicht einmal eine Phobie im eigentlichen Sinn, denke ich. Aber es ist einfacher es damit auszudrücken. Angst vor Menschen, Angst vor Kontakt, Angst vor Versagen-vor-den-Augen-anderer, Angst vor Gesprächen, Angst vor allem. Ich habe vieles verlernt, was für andere völlig normal ist. Aber während andere Phobiker panisch davonrennen, anfangen zu weinen oder zu schreien oder was auch immer, schlucke ich alles runter. Die Angst existiert dann nur innerlich. Daraus folgt, dass ich psychisch in wenigen Minuten total am Boden bin und Stunden brauche, um überhaupt wieder sprechen zu können und den Schwindel loszuwerden.
Und trotzdem kann ich verdammt stolz auf mich sein. In der zweiten siebten Klasse und in der achten bin ich vor der Klasse jedesmal fast zusammengebrochen oder habe mich von Anfang an geweigert vorzugehen. Damit bin ich zweimal haarscharf am nochmaligen Sitzenbleiben vorbeigerutscht. Hätte mein Mathelehrer damals bei der Konferenz gesagt, dass ich kein einziges Mal an der Tafel war, wäre es im Zeugnis eine 6 und keine 5 geworden. Nun ja. Glück gehabt.
Heute ist es nur noch in Sport so. Vor Geräte-/Bodenturnen und Tanzen oder allgemein etwas vor anderen tun halte ich mich fern. Soll sie mir ein, zwei oder drei Sechser eintragen.. es kümmert mich im Endeffekt nicht, ob ich in Sport insgesamt eine 2 oder eine 4 habe.

Wie auch immer. Es ist alles so wie immer. Einsamkeit~

~Au revoir~
Marin
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